Konrad Adenauer
Konrad Adenauer erhielt den Karlspreis 1954.
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Person
Konrad (eigentlich Conrad) Hermann Joseph Adenauer (* 5. Januar 1876 in Köln; † 19. April 1967 in Bad Honnef), war von 1917 bis 1933 Oberbürgermeister von Köln, von 1949 bis 1963 erster Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Von 1951 bis 1955 war er zugleich Bundesaußenminister.
Karlspreis
Adenauer erhielt den Karlspreis laut Urkunde "in Anerkennung seiner klaren zielbewußten Planung und praktischen Formung der Grundlagen des europäischen Zusammenschlusses. In vorbehaltloser, gemeinsamer Arbeit mit den Staatsmännern der westeuropäischen Länder wurden die ersten übernationalen Einrichtungen und Gesetze einer künftigen Föderation geschaffen und der weitere Ausbau sorgfältig vorbereitet. Das hohe Ethos seiner politischen Haltung förderte die Überwindung alten Haders und vertiefte den Wunsch unseres Volkes zum Aufgehen in einer großen europäischen Gemeinschaft."
Laudator für Adenauer war Richard Nikolaus Graf Coudehove-Kalergi, der erste Träger des Karlspreises (1950).
Kritik
Adenauer prägte maßgeblich die Entstehung der Bundesrepublik Deutschland. Er betrieb gegen den Willen von 70% der Bevölkerung die Remilitarisierung Deutschlands schon wenige Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs und machte sich stark für die Einbindung in die NATO. Er schürte die Angst vor angeblichen Bedrohungen "aus dem Osten" und förderte damit den "Kalten Krieg". Auch gegen Widerstände aus seiner eigenen Partei, der CDU, orientierte er die Bundesrepublik ganz auf das System eines etwas abgemilderten Kapitalismus ("soziale Marktwirtschaft"). Für einen strikt antikommunistischen Aufbau des Landes setzte er darauf, auch Funktionsträger aus der Zeit des Nationalsozialismus wieder in wichtige Positionen zu lassen. Die KPD, deren Mitglieder von den Nazis verfolgt und vielfach ermordet worden waren, wurde während Adenauers Regierungszeit wieder verboten.